Wasser zum Leben
 

Bild Maerz 2014
 

Auf der IGA (Internationale Gartenbau-Ausstellung) in Hamburg 2013 habe ich dieses Foto gemacht. Es waren mehrere solcher Schrifttafeln zu sehen; mich interessierte besonders diese Tafel zum Thema „Wasser“ mit einem Zitat aus einem Buch von John von Düffel. Es befand sich inmitten einer Wasser-Landschaft, wo z.B. Wasser an einer durchlöcherten Wand herab lief und in der Sonne ein eigenartiges Blitzern hervorrief. Auch der Text gefiel mir; es ist von der Helligkeit und Schönheit des Wassers die Rede, aber auch von seiner dunklen, drohenden Wirkung. Der Eindruck des Wassers kann sich schnell verändern, auch wenn z.B. aus einem kleinen Wasser-Rinnsal innerhalb kürzester Zeit ein gefährlicher Strom wird; viele Menschen haben das erleben müssen, auch noch im vorigen Jahr, als das Wasser von Elbe und Donau die Menschen sehr beschädigte.
 
Auch in der Symbolbedeutung von Wasser kommen diese beiden Seiten vor. Einerseits hat das Wasser in allen großen Religionen eine besonders Bedeutung. Für uns Christen ist es das Wasser der Taufe, das freilich auch im Laufe der Jahrhunderte minimalisiert wurde. Früher wurden die Menschen, oft Erwachsene, in schönen kostbaren Taufbecken untergetaucht, heute sind es leider nur ein paar Spritzer; auch die Wasser-Erinnerung am Eingang der Kirche ist meistens klein und unscheinbar.
 
In der jüdischen und in der islamischen Religion wäscht man sich am Eingang des Gotteshauses, entweder in einem gründlichen Fußbad, wie bei den Juden, oder bei einer Gesichtswaschung, wie bei den Muslimen. Schade eigentlich, dass der Gebrauch des Wassers in der christlichen Religion so reduziert ist. Auf jeden Fall aber ist es gut und heilend, vom Wasser der Taufe berührt zu sein.
 
Aber Wasser kann auch bedrohlich sein, auch in der Symbolsprache. Manchen Menschen steht beruflich oder privat das „Wasser bis zum Halse“; oder sie sind in der Gefahr, „Baden zu gehen“. Oder sie „leiden Schiffbruch“ und sind in der Gefahr, „abzusaufen“. Solche Bildaussagen sprechen von Verzweiflung und Scheitern, von „Nicht-mehr-weiter-Können“; von tiefer Bedrohung.
 
Von dieser Zweideutigkeit des Wassers spricht unser Text-Plakat der IGA: „ES ist wahr, dass die Farbe des Himmels, die Helligkeit und der  Schein des Lichts dem Wasser sein Gesicht geben, genauso wie sich durch den Zug einer Wolke das Gesicht des Wassers völlig verändern kann, helles, freundliches Wasser plötzlich ergraut, versteinert und umgekehrt dunkles, drohendes Wasser durch die Berührung eines Sonnenstrahls unvermittelt auflacht, glitzert und glänzt.“