Teddy-Bären

Teddy
 

 

 

Seit meiner frühen Kinderzeit habe ich einen Teddy, den ich während des Krieges immer mit in den Bunker genommen habe, wenn die Sirenen einen Angriff auf Münster ankündigten. Inzwischen ist der Teddy 104 Jahre alt, und er ist nicht allein geblieben; fast 300 Teddys bevölkern inzwischen meine Wohnung, und es werden immer mehr; und alle haben einen Namen. Kürzlich habe ich etwa 70 meiner Teddys bei einem Senioren-Treff vorgestellt, und die Freude bei den älteren Leuten war groß. Auch in einem Altersheim habe ich vor einigen Wochen eine Teddy-Präsentation gemacht.

 

Die ersten Teddys gab es im Jahr 1903. Während Margarethe Steiff für die Mädchen Puppen bastelte; gab es für Jungen nichts zum Spielen; Puppenspielen war für Jungen sehr verpönt. Deswegen entwickelte Steiff Junior ein Bären-Programm, das zunächst nicht gut lief, dann aber in Amerika zum Durchbruch kam. Dort wurde auch der Name „Teddy“ kreiert. Denn der Präsident Theodor („Teddy“) Roosevelt war ein leidenschaftlicher Jäger; als er bei einer Bären-Jagd keinen  Bären erlegte, trieb man einen jungen Bären vor seine Flinte, aber der Präsident weigerte sich, auf den jungen Bären zu schießen. Später fragte man ihn, ob man die Plüsch-Bären nach ihm benennen dürfe. Und er sagte dann das berühmte Wort „ Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass es den Verkauf fördert, aber ich habe nichts dagegen, wenn sie meinen Namen als Markenzeichen nehmen.“ Wenn Roosevelt geahnt hätte, welche Bewegung er damit auslöste! Heute gibt es Millionen Teddys in der ganzen Welt.

 

Auf einen sehr interessanten Fakt wies die Süddeutsche Zeitung kürzlich hin. Jeder siebte erwachsene Deutsche nimmt seinen Teddy mit auf Reisen; das ergab eine Umfrage unter 1100 Männern und Frauen. Demnach können sich 19 % der Frauen und 11 % der Männer über 18 Jahren nicht von ihrem Stoff-Teddy trennen.41 % sehen in ihrem Teddy einen Glücksbringer, was ja auf einer Reise nicht ganz unwichtig ist. 14 % der Befragten brauchen ihren Teddy als Einschlafhilfe, und 11 % fühlen sich mit ihrem Teddy nicht so allein. Jeder zweite teddylose Erwachsene hat dennoch Verständnis für den Teddy im Gepäck seiner Mitmenschen.

 

Ein berühmtes Hotel in München  bietet seinen seriösen Hotelgästen an der Reception Teddys als Einschlafhilfe an; und kaum jemand, der sich einen Teddy ausleiht, gibt ihn nachher bei der Abreise zurück, sondern bezahlt den oft nicht geringen Preis. Inzwischen  habe ich sowohl in Berlin und in Tier als auch in Bocholt in Hotels gesehen, dass es diese Praxis auch dort gibt. Schon wenn man das Hotel betritt, fällt der Blick auf eine Schar von Teddys; eine gute Empfehlung für ein Hotel.